Was mich an der Google Analytics Konferenz 2015 beeindruckt hat

Meine Erkenntnisse vom Conference Day der GA Konferenz zusammengefasst: Trends in der Webanalyse, Shopoptimierung, App Remarketing und eCommerce im B2B. 

Nutzen und Zukunftsaussichten der Webanalyse:

(Eröffnung und Einleitung durch Sigi Stepke, e-Dialog)

  • Google macht Gewinn mit wirkungsvollen Anzeigen – wir Websitebetreiber ebenfalls.
  • Sammeln und analysieren mit Google Analytics, mit Google AdWords darauf reagieren.
  • Ein Trend ist „measure everything“ – Stichwort Big Data
  • Betrachte die gesamte „Customer Journey“: jeder Kundenkontakt nach dem allerersten ist bereits „Remarketing“ und sollte mit der passenden Botschaft unterlegt sein.

Tipp: Verschaffe deinem Kunden ein einheitliches Bild deines Angebotes quer über alle Kanäle. Stimme dieses Angebot genau auf seine aktuellen Bedürfnisse im Kaufprozess ab (biete dem Stammkunden keine Einführungsangebote)!

  • Trend 2: Data Ware House mit vergangenheitsbezogenen Daten wird an Bedeutung verlieren > zunehmend agieren wir in Echtzeit und passen Angebote aktuell an.
  • Bedingung dafür: „Wenn schon, dann richtig!“, mit genug und richtig qualifiziertem Personal und Ressourcen.
  • Gartner: in 2 Jahren (USA) gibt der eCommerce Manager mehr Geld aus als der CTO.

Frage: Was geschieht mit den Erkenntnissen aus der Analyse? Finden diese den Weg in die Organisation, werden Konsequenzen, Maßnahmen getroffen? Gibt es genug „Leadership Power“ dafür?


Cool optimierter Shop am Beispiel Blue Tomato:

(Vortrag zu Enhanced E-Commerce – Andreas Augustin, Blue Tomato)

  • Gemessen wird möglichst alles, die Analyseergebnisse fließen in Entscheidungen aller Bereiche ein (Produktmanagement, Marketinginvestitionen, Prozesse, …).
  • Shop-Optimierungen in den Bereichen: Performance, SEO, Prozesse (Bestellungen, Retouren, Beschwerdemanagement), Conversions.

Erkenntnis: Wenn der Erfolg meines Unternehmens zu einem großen Teil von meiner Website (meinem Shop) abhängt, dann kann man der laufenden Optimierung nicht genug Aufmerksamkeit schenken!

Interessante Fragen für die Analyse:

  • Für Promotions:
    • Wie gut läuft ein Teaser / Kampagne?
    • Wieviel Umsatz kann / muss ein Slot liefern?
    • Welche Slots funktionieren mit welchem Content?
    • Gibt es Unterschiede Mobile / Desktop?
  • Für Marken- und Kategorieperformance:
    • Wie verhalten sich einzelne Marken / Kategorien untereinander?
    • Wie wirken sich Videos aus? Wie erweiterte Produktbeschreibungen, Zusatzcontent?
    • Welche Produkte werden wie oft aus dem Warenkorb entfernt?
    • Wieviele Leute klicken auf ein Produkt, nachdem sie es sehen? CTR je Produkt!
  • Zur Segmentierung:
    • Welche Kanäle verkaufen welche Kategorien?
    • Wie verteilen sich Käufe in Kategorien über Geräte?
    • Was unterscheidet Interessenten von Käufern?
    • Welche Kundengruppen kommen über welche Kanäle?

Slides zum Originalvortrag


Den Erfolg von Apps kennen und steigern:

(Remarketing in Apps – Matthias Heck, Google Irland)

  • 20% der Apps werden nur 1 Mal geöffnet.
  • Die App muss super funktionieren, sogar perfekt sein, sonst besteht sie den „erster Versuch-Test“ nicht, und wird nie wieder angesehen.
  • Wichtig: Die Werbebotschaft zur App muss exakt die durch die App erfüllten Bedürfnisse abdecken.

Erkenntnis: Wenn ich eine (teure) App habe, dann sollte ich auch schauen, was sie bringt / was funktioniert / und was nicht!

  • Remarketing für App Interessenten kann die App-Nutzungsrate steigern.
  • Nach Analyse des Nutzerverhaltens patziere ich die richtige Botschaft in der richtigen Phase der User Journey.
  • Und beantworte die Frage, wie viel mir ein User wert ist, der sich die App installiert.

Ziel: ist die Reaktivierung von Nutzern, die einmal eine App angesehen haben: diese wieder zur Nutzung animieren!

Ideen für App-Remarketinglisten:

  • Nutzer kauft ein Produkt > Up & Crosselling
  • Unregelmäßiger Nutzer > Engagement fördern
  • Hochwertige Kunden > Loyalität fördern
  • Verlassener Warenkorb > Kauf abschließen
  • Nutzer von App A zu App B bewegen > Cross App Selling

10 Thesen für E-Commerce im B2B Bereich:

(Vortrag: Weshalb das Business-Shopping boomt – M. Steinforth, kernpunkt)

These 1: B2B E-Commerce steckt noch in den Kinderschuhen.
These 2: Ein Online-Shop wird ebenso selbstverständlich wie E-Mail, Telefon, Fax.
These 3: Ohne PIM kein E-Commerce.
These 4: Ohne CRM kein Wachstum im E-Commerce.
These 5: Der Vertrieb verhindert (häufig) E-Commerce
These 6: E-Commerce muss ein Vorstandsprojekt sein.
These 7: Website und Online-Shop müssen verschmelzen.
These 8: B2B E-Commerce benötigt andere Technologien als B2C.
These 9: E-Commerce macht eine Internationalisierung leichter.
These 10: E-Commerce Manager müssen in die Geschäftsleitung.

Meine Erkenntnis: Unternehmen im B2B Bereich müssen (besser früher als später) auf eCommerce setzen. Dabei selbst professionell agieren, ohne Scheu eigene Geschäftsprozesse anpassen und möglichst gute Unterstützung für Prozesse ihrer Kunden bieten.

Slides zum Originalvortrag


Mein Resummee des Conference Day:

Spannende technische Funktionen, eine rasante Weiterentwicklung der Möglichkeiten in der Webanalyse und Marketing. Die Entwicklung im Bereich Webanalyse, eCommerce etc. wird noch lange nicht langsamer.

Welche Ideen und Maßnahmen man für sein Unternehmen jeweils ableitet, wo man seine Schwerpunkte setzt, muss individuell entschieden werden. Auf jeden Fall heißt es für alle Unternehmen „am Ball bleiben“ und die Möglichkeiten und Neuerungen im Blick zu behalten. Nicht jeder muss wie amazon oder ebay werden – Wettbewerbsvorteile lassen sich auch mit geringem Aufwand erreichen.

Ob es wirklich so bald zu „Real Time Marketing“ in großen Bereichen kommen wird, wage ich zu hinterfragen … sehr interessant finde ich den Ansatz, die Frage „wie biete ich meinem Kunden jetzt an, was er seiner Situation gerade benötigt“, beantworten zu können und dann die richtige Botschaft zu übermitteln.

Vergessen wir jedoch ob all der Tools und Daten nicht, dass wir immer Menschen gegenüber haben, und diese wollen auch wie Menschen und nicht nur Teil einer Zielgruppe behandelt werden.

Ich freue mich auf Rückmeldungen oder ein vertiefendes Gespräch zu den spannenden Themen!


Weitere Links:

Fotos vom Conference Day

Weitere Präsentationen zu Vorträgen